Sonderverein der Deutschen Puten- und Perlhuhnzüchter

 

                  

 

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Puten und Perlhühner in der Schausaison 2004

 

Der SV Deutscher Puten u. Perlhuhnzüchter hat in der Schausaison 2004 eine Hauptsonderschau und drei Sonderschauen bei führenden Großschauen angeschlossen. Insgesamt konnten 388 Puten und 239 Perlhühner präsentiert werden. Für Sie und auch fürs Protokoll sei nochmals folgendes in Erinnerung gerufen:

 

Sonderschau Hannover: 57 Puten in 7 Farbenschlägen und 12 Perlhühner in 3 Farbenschlägen.

Hauptsonderschau, Nationale Leipzig:

245 Puten in allen 12 Farbenschlägen; leider waren die gemeldeten Narragansett nicht angetreten. 172 Perlhühner in 8 Farbenschlägen, als letzter Farbenschlag fehlten die lavendelblauen mit Perlung.

Sonderschau Sinsheim:

56 Puten in 7 Farbenschlägen und 17 Perlhühner in 2 Farbenschlägen.

Sonderschau Erfurt: 30 Puten in 5 Farbenschlägen und 38 Perlhühner in 3 Farbenschlägen.

 

Vorweg möchte ich allen Ausstellungsleitungen danken, die sich große Mühe geben, durch fachgerechte Unterbringung eine artgerechte Präsentation unserer Puten und Perlhühner zu ermöglichen. Eine Rückwandbespannung, sowie eine Zwischenwandabtrennung, dazu eine Strohstreu haben sich bestens bewährt. Allerdings müssten hier und da die Futter und Trinkgefäße der Tiergröße angepasst sein. Taubenbecher sind ganz einfach zu klein.

 

 

Nun zu den einzelnen Farbenschlägen und deren Zuchtstand in der letzten Schausaison.

 

Bronze: Es ist mir klar, dass die großen Farbenschläge auf den frühen Schauen zwar zum Teil schon den Größenrahmen haben, die einzelnen Körperpartien wie Schultern, Brust und Bauch jedoch noch nicht voll ausgeformt sind. Ebenso hat eine noch nicht Vollausgereifte, Feder auch noch nicht die gewünschte Goldbreite. Von den Farb- und Zeichnungsmerkmalen einmal abgesehen, haben wir jedoch bei den Bronze ein viel größeres Problem, das selbst auch bei den späteren Schauen auftrat. Wir haben Zuchten mit großen, hochstehenden, langen und elegant wirkenden Tieren mit feinster Goldauflage, bester Schwingenzeichnung und prima Schwanzwellung mit zum Teil voller Bronzeauflage im Rücken und zweiten Rad. Leider fehlt ihnen oft die nötige Schulterbreite, die ausgerundete Brust- und Bauchpartie. Gold und Eleganz kann und darf nicht alles sein. denken wir vor allem an die superschnittigen Hennen. Sie wirken deshalb so elegant, weil ihnen die wirklich ausgerundeten Formen der Brust, Bauch- und Schulterpartie fehlen. Wie soll aus so einer 0,1, die ja in erster Linie Größe und Form vererbt, eine gut ausgeformte Nachzucht kommen? Schneiderartige Typen mit flacher Brust und schmalen Schultern sind die Folge. So wie beim 1,0 in erster Linie Rassemerkmale, Farbe und Zeichnung passen müssen, so muss bei der 0,1 die weiblich ausgerundete Form stimmen.

 

Schwarzflügel: In Größe und Form gibt es hier die wenigsten Probleme, weil von Zeit zu Zeit zur Erhaltung der Rassemerkmale mit Bronzeeinkreuzungen gearbeitet werden muss. Wenn wir auch in Zukunft fein ausgeformte Tiere mit prima Standhöhe, straffer Federstruktur, reinschwarzen Schwingen, edler Stufenzeichnung und breiter weicher Goldauflage sehen wollen, bleibt es den Züchtern nicht erspart mit einem guten Bronzemann zusammen zu arbeiten. Aufgetretene unstabile Fersengelenke sind meiner Ansicht nach auf übermäßige Eiweißfütterung oder überlange Stallhaltung ohne nötige Sonneneinstrahlung zurückzuführen.

 

 

  

Weiß: Die größten Probleme liegen hier nicht in der Qualität, sondern in der Quantität der gezeigten Tiere. Die herausgestellten Tiere entsprechen voll dem Standardbild. Die zum Teil auftretende Federstruktur stammt eindeutig von zuviel Eiweiß- oder auch Weichfutter und vor allen Dingen von einer unsachgemäßen Wäsche zum Schaufertigmachen.

 

Schwarz: In der vergangenen Schausaison leider nur von 2 Ausstellern präsentiert. Größenmäßig haben sie sich ganz gut eingependelt. Zu arbeiten  ist noch an der Bronzereduzierung im Unterrücken und dem samtartigen Glanz des Mantelgefieders. Bronzeeinkreuzung macht regenbogenartigen Glanz, weiß macht Grünglanz. Am besten zur Blutauffrischung hat sich eine Schwarzflügelhenne bewährt. Fleckige Lauffarbe und aufgehelltes Schnabelhorn stufen zurück. Schwarze Lauffarbe bei Jungtieren nimmt einen erheblichen Stellenwert ein.

 

Bourbon: Auch dieser Farbenschlag ist nur auf die Schultern weniger Züchter verteilt In seiner Farb- und Zeichnungsgebung nicht ganz problemlos, kommt es vor allem auf die Zusammenstellung der Zuchtstämme an. Es geht nicht nur darum, dass beide Geschlechter die gleiche braunrote Grundfarbe haben sollen, es geht vor allen Dingen auch darum, dass der 1,0 einen schmalen schwarzen Endsaum, mit Ausnahme des Oberhalses hat und die Henne einen schmalen weißen Brustsaum. beides muss so abgestimmt sein, dass wir vermehrt weder Braunfaktor noch Weißfaktor übermäßig anhäufen. Die Schwanzbinde mit dem weißen Abschluss kann aus genetischen Gründen nicht so scharf abgegrenzt sein, weil bei den Bourbon die Zeichnungsfarbe gleich der Grundfarbe ist.

 

Rotflügel: Desgleichen wie die Schwarzflügel ein Problemfarbenschlag, der nur durch die Einkreuzung der Ursprungsrassen Bronze und Bourbon am Leben zu erhalten ist. Um die dunkellederbraune Grundfarbe zu erhalten, müssen wir des Braunfaktors wegen mit Bourbon arbeiten. Haben wir uns einigermaßen an Braun herangetastet, lässt das Gold nach und wir müssen wieder mit Bronze hantieren. Das wiederum bringt uns die dunkle Grundfarbe. Es bedarf einer großen Mengezüchterischen Könnens, das eine zu erreichen, ohne das andere zu verlieren. Da die Rotflügel ohnehin die schmalsten Goldträger neben Bronze und Schwarzflügel sind, sollten wir der Schwierigkeit halber ein etwas aussetzendes Bronzeband im großen Rad nicht gleich als Aufhänger für die Note „gut“ heranziehen, wenn sonst keine Mängel vorliegen.

 

Cröllwitzer: Die Beliebtheit dieses vor allen Dingen fürs Auge schönen Farbenschlag lässt sich nicht verleugnen. Stellen sie doch auf einigen Schauen die größte Tierzahl. Zum Landputentyp gehörend, könnten sie in der Größe noch etwas einheitlicher sein. Die beiden Zuchtrichtungen von Ost und West müssen noch mehr zusammenwachsen. Hatten wir im Osten, wo es nur 2 Gewichtsklassen gab, die etwas größeren, höher stehenden Tiere, so hatten wir im Westen den gedrungeneren Typ, wo wir letztlich schon mit zu zarten, fast keine Schenkel mehr zeigenden Hennen konfrontiert wurden. Ein gesundes Mittelmass wäre die beste Lösung, mit der wir leben könnten. Auf großer Ebene sind Grundfarbe, Zeichnungsfarbe und Zeichnungsmerkmale gefestigt. Schön aufgelockertes Schuppungsbild, prima Stoßband im großen und kleinen Rad, lange Flügelbindenführung und Rückensäumung sind keine Seltenheit mehr. Immer weniger treten in Erscheinung braune Zeichnungsfarbe, rußige Schuppenvorfelder, stark schwarz gesäumte Hinterhälse und moosige Schwanzunterfarbe. Angemerkt sei noch, dass Alttiere, insbesondere die Hennen, ein schärferes Zeichnungsbild und eine sattere, tiefschwarze Zeichnungsfarbe haben als Jungtiere.

 

Kupfer:

Sie haben sich letztlich ganz gut am Landputentyp orientiert. Auch in der Standhöhe lagen sie voll im Trend. Sattes kupferbraune mit lebhaftem Glanz, dazu eine feine schwarz-blaue Säumung, die bei der 0,1 noch nicht so ausgeprägt ist, haben die Zuchtfreunde voll im Griff. Dass wir zugunsten der Schwanzbinde eine leicht angedeutete Wellenzeichnung im Stoß standardmäßig gestatten, hat sich als vorteilhaft erwiesen und wir haben somit einen weiteren Merkmalspunkt gegenüber dem roten Farbenschlag gefestigt. Auf korrekte fleischfarbige Läufe ist nach wie vor zu achten.

 

 

 

Rot: Schade, dass dieser aparte Farbenschlag nicht mehr Liebhaber findet. Rassetypisch im Größenrahmen und auch in der Farbeinheit haben wir das erreichte gefestigt. Selbst die gestatteten weißen Flügelspitzen sind zum Großteil satt rot durchgefärbt. Feine, backsteinrote Mantelfarbe in einer sagenhaften Gleichmäßigkeit, dazu die braunen bis dunkelbraunen Läufe setzen klare Akzente gegenüber dem Farbbild der kupfernen.

 

Blau: Abgesehen von wenigen übergroßen Hähnen, voll im Landputentyp liegend, präsentiert sich der Farbenschlag zur vollen Zufriedenheit. Neben dem Gesamteindruck, der Ausgeglichenheit im Farbbild und der straffen Feder kommt bei diesem Farbschlag die zum Typ passende Schenkelfreiheit bestens zur Geltung. Die Schenkel sind zwar kürzer, müssen jedoch auch hier sichtbar vorhanden sein. Einzelne schwarze Spritzer im Mantelgefieder stören nicht. Verwerflich dagegen sind Schwingenzeichnung und aufgellter Endsaum insbesondere im Rückengefieder. Wir fordern einen schmutzig, leicht angelaufene Fleischfarbe der Läufe. zu dunkle, bis fast ins Schwarze gehende Läufe sind verpönt. Die Gefiederstraffheit darf nicht vernachlässigt werden.

 

Gelb: Von nur wenigen Züchtern auf Vordermann gebracht, präsentiert sich dieser Farbenschlag mit schönen Typen. Vor allen Dingen die Ausgeglichenheit in Größe, Form, Standhöhe und nahezu einheitlichem Farbbild sind eine Augenweide. Mit wenigen Abstrichen betreffs leichter Schwingen- und Unterrückenaufhellung hat sich der gelbe Farbenschlag bei den Landputen sehr gut eingegliedert. Schade nur, dass schöne Tiere selbst zu Niedrigpreisen keine Liebhaber finden. Leider wurden schöne Tiere in Erfurt vom Allgemeinrichter nicht erkannt.

 

 

 

Narragansett: Zu den gemeldeten Narragansett kann ich leider keine Stellungsnahme geben, da die gemeldeten Tiere nicht angetreten sind.

Das war’s von den Puten und ich wünsche Euch für dieses Jahr eine gute Aufzucht und ein gesundes Wiedersehen auf unseren Sonderschauen.

 

Udo Güßbacher

Zuchtwart

 

 

 

Erfreulich war die große Zahl an Perlhühnern, die in der vergangenen Schausaison gezeigt wurde. Mit 172 Tieren bei der Hauptsonderschau in Leipzig haben wir eine der höchsten Meldezahlen der letzten 30 Jahre erreicht. Ein Trend zur Perlhuhnzucht scheint sich abzuzeichnen. Nicht nur in den beiden Hauptfarbenschlägen blau und Perlgrau, sondern auch in den seltenen Farbenschlägen war nicht nur die Quantität, sondern auch die Qualität erfreulich.

 

Zu den Einzelnen Farbenschlägen:

Blau:  Am beliebtesten ist nach wie vor der wildfarbige Farbenschlag, da die weißen Perlen auf der indigoblauen Feder einen gefälligen Kontrast bieten. Doch sind Perlung und Kopfpunkte nicht alles. Zu allererst muss das Tier die entsprechende Form aufweisen, einen lang gestreckten Körper mit schön gewölbter Rückenlinie dazu eine voll und breit ausgeformte Brust bei der Henne und eine leicht aufgerichtete Haltung beim Hahn. Als männliche Kopfpunkte fordern wir einen breit angesetzten Helm, der erst aufrecht und dann nach hinten gebogen sein soll. Die Kehllappen sollen nicht hängen und wickeln, sondern in einer schönen Bogenform gerundet sein. Auch ein deutlich sichtbarer Nasenaufwurf ist ein deutliches Kennzeichen des Hahnes, den es gilt zum Ausdruck zu bringen. Vertreter, die diese Merkmale nicht aufweisen, sind unweigerlich in der Bewertung zurück zu stufen, was auf den Sonderschauen, besonders in Leipzig, auch geschehen ist.

Glücklicherweise sind Hennen mit männlichen Kopfpunkten bzw. Hähne mit glatt anliegenden Kehllappen in der Hennenklasse fast verschwunden. Viele 0,1 zeigten die geforderten glatt anliegenden Kehllappen und den typischen niedrigen Helm, mit nach hinten gekrümmter Spitze. Breite Helme mit stumpfem Abschluss waren nur wenige anzutreffen.

Auch in der Lauffarbe gibt es kaum noch Beanstandungen. Der überwiegende Teil der Tiere hatte eine satte dunkle Lauffarbe, die bis zum Zehennagel reichte.

Ein wenig kontrastreiches Gefieder, bei dem die Fettfarbe fehlt oder der Braunfaktor vorliegt zeugt von Einkreuzungen des Masttyps. Solche Tiere sollten, auch wenn sie in der Jugendklasse stehen nicht über die Note „gut“ hinauskommen.

 

Perlgrau: In Punkto Kopfpunkten und Lauffarbe standen die Perlgrauen den Blauen kaum nach. Jedoch mangelte es vor allem den Hähnen oftmals an der nötigen Körperbreite in den  Schultern und im Rücken. Einige ließen auch scheinbar die nötige Standfreiheit vermissen. Bei genauerem Hinsehen stellte man aber fest, dass sie im Schenkelgefieder zu locker waren. Dieses Manko setzte sich zuweilen auch im Rücken fort. Dass die Farbe Anfang Dezember nicht mehr so gleichmäßig ist, wie noch im Oktober oder November erklärt sich aus der Natur der Sache. Wir sehen die Fettfarbe auf einer helleren Feder deutlicher als auf der dunkleren Feder der Blauen. Das bringt es mit sich, dass uns auch Veränderungen hier eher ins Auge fallen als dort. Daher sollte dieses toleriert werden. Wenn aber der Grundton der Fettfarbe nicht stimmt und er stark ins bräunliche geht, sind solche Tiere mit Recht zurückzusetzen.

 

Chamois: Ganz erfreulich war das Vorhandensein von 10 chamoisfarbenen Tieren aus zwei Zuchten. Wir haben hier keine Grundfarbe mehr. Alle Grundfarbstoffe aus der Reihe der Melanie sind ausgefallen und nur die Fettfarbe bringt noch etwas Farbe auf die Feder. Daher wird dieser Farbenschlag auch nie so gleichmäßig zu bekommen sein wie die beiden Farbenschläge blau und perlgrau. Auf Flügel, Brust und Körperunterseite war schon größtenteils eine schöne Chamoisfarbe sichtbar. Anzustreben ist sie nun vor allem im Rücken und Schwanzbereich. Am hellsten wird immer der Bereich zwischen den Schultern bleiben. Auch hier ist auf den Farbton zu achten; stark fleckige Tiere, die braune Stellen aufweisen oder eine komplett braune Fettfarbe zeigen, wollen wir nicht in den Käfigen sehen. Dass aber die Federn auf den Flügeln, vor allem im Flügelbug, etwas dunkler sind als zum Beispiel an der Körperunterseite, ist vollkommen natürlich. Das ist bei den blauen auch der Fall nur fällt es dort wegen der dunklen Farbe der Feder weniger auf. Die helle Lauffarbe mit dem leichten Stich ins Grau war fast durchweg vorhanden.

 

Weiß: mit den richtigen Kopfpunkten warteten auch die weißen 1,0 auf. Doch mangelte es manchen an der nötigen Schulterbreite und der entsprechenden Rückenwölbung. Hinsichtlich der Farbe gab es in der männlichen Klasse kaum Beanstandungen. Geschlechtsgebunden haben die Hähne weniger Fettfarbstoff und wirken daher von Haus aus blasser. Eine leicht rahmweisse Grundfarbe mit silberweisser Perlung war en Gros vorhanden. Bei den weissen Hennen standen leider einige Hähne mit glatt anliegenden Kehllappen dazwischen, die vom amtierenden Preisrichter nicht erkannt wurden und aufgrund ihrer reineren Gefiederfarbe den richtigen Hennen vorgezogen wurden. Geschlechtsgebunden haben die weißen Hennen immer mehr Fettfarbstoff und wirken dadurch scheinbar unsauberer. Aber es ist ganz natürlich, dass der gelbe Ton der Fettfarbe am intensivsten auf den Flügeldecken und den Schwingen auftritt. Er darf aber auch hier nicht zu intensiv werden. Genetisch sind die weißen und die chamoisfarbenen Perlhennen identisch. Es erfolgt nur eine gegensätzliche Selektion. Bei den weißen selektieren wir die Fettfarbe in Richtung heller und wenig intensiv, bei den chamoisfarbenen dagegen in Richtung intensiver. Da die Fettfarbe auch mit der Lauffarbe gekoppelt ist, kann diese zur Unterscheidung der beiden Farbenschläge herangezogen werden. Die weißen haben eine schöne gleichmäßige orange Lauffarbe, die chamois dagegen eine helle, ins Graue gehende Lauffarbe. Es gilt aber auch zu beachten, dass die weißen Hähne hier geschlechtsgebunden stets eine intensivere Lauffarbe zeigen werden als die Hennen. Hennen, die eine milchblaue Fettfarbe aufweisen, sind nicht standardkonform und dürfen nicht mehr mit sg bewertet werden.

 

violett:

Hinsichtlich Form und Kopfpunkten stehen die Violetten den Blauen nicht mehr nach. Beste Typen mit typischer Lauffarbe verkörperten die gezeigten Tiere. Nur hinsichtlich Reduzierung der Perlen gab es hier und da Wünsche. Zwei, drei Federn auf den Schultern und einige grob geperlte Federn an den Flanken sollten jedoch nicht gestraft werden. Wir haben es immer noch mit einem reduzierten Farbenschlag und nicht mit einem einfarbigen zu tun. Auch auf die Farbreinheit der Schwingen und Flügeldecken ist zu achten. Hier hat ein brauner Farbanflug nichts zu suchen.

 

azur:

Auch dieser Farbenschlag hat sich in den letzten Jahren gefestigt. Größe, Schulterbreite, Rückenschwung, Helm und Kehllappen bereiten nur noch wenige Schwierigkeiten. Hinsichtlich Farbe ist jedoch ein hoher Anspruch zu stellen. Am intensivsten drückt sich die azurblaue Farbe im Schenkelgefieder aus. Dort soll ein dunkles Himmelblau herrschen. Einige Tiere zeigten vor allem noch auf den Schultern und im Rücken eine viel zu helle Grundfarbe. Möglicherweise müssen wir uns auch einmal Gedanken über die Lauffarbe machen. Im Standard steht immer noch „orangefarbig, in der oberen Hälfte aber möglichst grau“. Alle in den letzten Jahren gezeigten Tiere hatten jedoch hier eine durchgehend dunkelgraue Farbe. Mit orangefarbenen Läufen sind keine wirklich azurfarbenen Tiere zu erzielen.

 

 

 

 

 

 

lavendelblau mit reduzierter Perlung: Die sechs in Leipzig gemeldeten Tiere entpuppten sich leider als blaue Tiere. Von einem ganz zarten Hellblau, wie im Standard gefordert, war leider nichts zu erkennen.

chamois mit reduzierter Perlung: Ihnen wären eigentlich nur mehr Züchter zu gönnen. Denn in den Kopfpunkten, Größe, Form und Stand verkörperten sie den richtigen Typ. Auch die gelbliche Farbe, die am intensivsten auf Flügeln und Körperunterseite zu Tage tritt, braucht kaum noch verbessert werden. Am Rücken zeigten die beiden ausgestellten Hennen einen schönen champagnerfarbenen Ton. Allerdings hatten einige mit sehr lockerem Schenkelgefieder zu kämpfen.

 

 

 

 

 Ortwin Großmann

 

 

 

Bilder von der

86. Nationalen Rassegeflügelschau

am 5. und 6. Dezember 2004

in Leipzig